Mythen

Mythen rund um das Impfen

Wo es Befürworter gibt, sind Kritiker nicht weit entfernt. So auch beim Thema Impfen. Denn bis heute ist es ein viel diskutierter Bereich in der Medizin, der nicht nur positive Stimmen laut werden lässt. Bereits 1874 wurden die ersten Impfungen Pflicht, doch noch heute gibt es viele Mythen um dieses Thema, die häufig davor abschrecken, sich impfen zu lassen.

Trotz Impfung erkranken

Einer davon ist die Angst vor Erkrankung trotz Impfung. Es stimmt, dass der Schutz nicht zu 100 Prozent greift, aber doch sehr viel verhindern kann. Wenn beispielsweise in einer Grundschule eine Masernepidemie auftritt und die Hälfte davon geimpft ist, dann erkranken 98 Prozent der ungeschützten Kinder und nur 3 Prozent der geimpften Kinder an Masern. Damit der Schutz auch wirkungsvoll wird, müssen in der Regel die meisten Impfungen wiederholt werden.
Auch stimmt es, dass der Schutz vor Grippe nicht komplett greift. Gerade bei älteren Menschen, aber er kann bewirken, dass sich die Grippe nicht im gefährlichen Maße ausbreitet.

Kinder mit Impfung entwickeln sich altersgerecht

Ein weiterer Mythos ist, dass viele denken, dass es natürlicher ist Krankheiten durchzustehen. In der Regel ist das auch so, aber gerade bei gefährlichen Erkrankungen wie Masern kann es ohne Impfung auch zu tödlichen verlaufenden Folgen kommen. Zudem ist nicht wissenschaftlich belegt, dass Kinder die geimpft sind motorisch oder geistig anders entwickelt sind, als Kinder die nicht geschützt sind.

Nicht alle Abwehrstoffe durch die Muttermilch

Auch dass ein Säugling genug Abwehstoffe über die Muttermilch erhält stimmt nur zum Teil. Denn zwar gibt die Mutter wichtige Abwehstoffe mit, aber diese werden auch wieder schnell abgebaut nach der Stillzeit. Gerade beides zusammen kann vor vielen Erkrankungen schützen. So ist nachgewiesen, dass gestillte Kinder weniger an einer Hirnhautentzündung leiden und mit der entsprechenden Impfung zusätzlich mehr Antikörper bilden können.
Genauso verhält es sich mit den Gefahren bei der Impfung für Säuglinge. Viele Eltern haben einfach Angst, dass sie dem Neugeboren einem zu hohen Risiko aussetzen. Doch gerade wenn man Säuglinge gegen Keuchhusten impfen lässt, sinkt die Komplikationsrate. Ohne den Schutz erkranken rund 25 Prozent der Kleinkinder unter sechs Monaten an einer Lungenentzündung und auch Atemstillstand kann bei Keuchhusten auftreten.

Bei Impfungen keine Belege für Überlastung des Abwehrsystems

Dass das Abwehrsystem der Kinder bei Impfungen überlastet, ist nicht wissenschaftlich belegt. Zwar sind es mehr Impfungen, als noch vor ein paar Jahren, doch gleichzeitig verringerte sich die Höhe der Dosis. Gerade die Sechs-Fach-Impfung steht häufig in Kritik, da Hepatitis B eigentlich bei Geschlechtsverkehr übertragen wird und aus diesem Grund empfinden viele diese Impfung bei Kindern als zu früh. Doch je früher man sich vor der Krankheit schützt, umso geringer ist die Gefahr einer chronischen Erkrankung.

Allergien und Impfen

Das ewige Thema Allergien in Zusammenhang mit Impfungen lässt noch heute viel Spielraum für Diskussionen und neue Studien, die bis heute nicht belegen konnten, dass Allergien durch Impfungen ausgelöst wird. So beruhen sich viele Experten immer noch auf das Beispiel in der ehemaligen DDR. Denn dort war es Pflicht sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Nach der Wende traten dann vermehrt Allergien auf. Aber ob diese in Zusammenhang mit der Impfung zusammenhängen, ist nicht eindeutig geklärt.

Die Angst vor unkalkulierbaren Risiken beim Impfen

Immer noch viele Menschen scheuen sich vor einer Impfung. Grund dafür kann auch die Unwissenheit sein und die wahren Horrorgeschichten über die Nebenwirkungen. Doch sieht man es statistisch, sind die Risiken sehr gering. So wurden in Deutschland rund 44 Millionen Impfdosen im Jahr 2005 verabreicht. Im gleichen Zeitraum kam es zu rund 14.000 vermuteten Impfkomplikationen, von denen nach näherer Analyse des Paul Ehrlich Instituts, ein Drittel der gemeldeten Fälle nicht auf eine Impfung zurück zuführen sei.

Chemikalien in Impfstoffen

Es stimmt, dass unter anderem Quecksilber im Impfstoff vorhanden ist, allerdings unter den Grenzwerten. Diese sollen bewirken, dass die Impfviren abgetötet werden. Dass Quecksilber Autismus in Verbindung mit einer Impfung hervorruft, ist bis jetzt nicht belegt. Inzwischen gibt es auf dem Markt auch quecksilberfreie Impfdosen.

Impfen bei Krankheiten, die es gar nicht mehr gibt

Viele Krankheiten treten in der heutigen Gesellschaft nur noch vereinzelt auf. Ein Grund dafür sind auch die entsprechenden Impfungen. Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass niedrige Impfraten zu Epidemien führen können. Wie unter anderem in Nordrhein-Westfalen. Dort erkrankten 1.600 Menschen im Jahr 2006 an Masern, ein Folge niedriger Impfraten und noch heute sind die Masernerkrankungen in Deutschland sehr hoch.

Impfen und die Marketingstrategie der Unternehmen

Natürlich verdient die Pharmaindustrie an Impfdosen, aber jedes Unternehmen braucht Umsatz, um sich auf dem Markt halten zu können. Allerdings sind die Einnahmen von Medikamenten für chronisch Kranke viel höher. Zudem ersparen Impfungen Langzeit Therapien und dass entlastet die Bundeshaushaltska